Blogs Was uns bewegt & Kino-On-Demand

  • 9. März 2015
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Hier erfährst Du alle filmpolitischen Hintergründe, unseren Antrieb, Filme ins Internet zu bringen und warum Kinos in Deutschland keine Angst mehr vor dem digitalen Wandel haben müssen...

„Wir wollen nicht mehr, als etablierte und verkrustete Strukturen aufbrechen.“ Durch die rasante Entwicklung des digitalen Wandels, durch den viele Akteure in der Branche auf dem falschen Fuß erwischt worden sind, können wir mit unserer Vision der Zusammenarbeit von Kinos und VoD-Portalen selbstbewusst an den Markt treten. 2014 sprießen immer mehr VoD-Betreiber aus dem Boden. In der Branche ist plötzlich die Rede von „disruptiven Geschäftsmodellen“, Zerschlagung von übergroßen Playern und Bestandswahrungsstrategien der FFA. Geschichtlich gesehen erinnert das Aufbegeheren und Stemmen gegen die Digitalisierung an die „Maschinenstürmer“ inmitten der Industrialisierung im ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Ängste konnten damals den Fortschritt nicht aufhalten: Fabriken wurden natürlich errichtet, im gleichen Zug entwickelten sich aber auch Gewerkschaften. Genauso wird es sich auch bei der Digitalisierung verhalten; Video-On-Demand, Fernsehen-On-Demand und schlussendlich auch Kino-on-Demand sind logische Entwicklungsschritte. In Spanien sind VoD-Anbieter mittlerweile so gut aufgestellt, dass sie Minimumgarantien für Auftrags- und Eigenproduktionen zahlen können und auch in internationale Märkte vorstoßen, die die Entwicklung noch vor sich haben, bzw. mittendrin sind.

Doch wenn man auf die Kinobranche in Spanien sieht, wird deutlich, wer das Stück vom Kuchen abgeben musste. Die Kinozahlen in Spanien, sowie auch die Anzahl der Leinwände ging immens zurück, als immer mehr Video-On-Demand-Dienste aufblühten. Mit diesem Hintergrund entwickelten wir die Idee der Kino-on-Demand-Plattform Kinoflimmern. Diese wird sich einzig und allein um den Kinofilm drehen.

Uns ist bewusst, dass wir nicht die Einzigen sind, die sich dieser Entwicklung bedienen. Im Gegensatz zu Firmen, die meist Mainstream-Kinoprogramm anbieten, möchten wir das Programmkino unter den digitalen Plattformen sein. Zusätzlich möchten wir den Filmschaffenden faire Konditionen ermöglichen, jedoch auch das Zuhause unserer Filme schützen: die Programmkinos. Wie schaffen wir dies? Indem wir Kinos kuratieren. Der Zuschauer unterstützt mit jedem Film-Stream sein lokales Kino. Für die teilnehmenden Kinos entwickelten wir dafür ein ausgeklügeltes Beteiligungsmodell, welches auf dem Einzugsgebiet der Kinos aufbaut. Das Kino wirbt im Gegenzug vor jedem seiner Filme für unser Portal. Somit erreichen unsere Filme genau das richtige Publikum. Ein einfaches Modell, von dem aber alle Seiten profitieren, denn selbstverständlich geht der Anteil für die Kinos nicht zu Lasten der Filmemacher.

Unser Programm bietet ein breites Spektrum: Projekte, mit Herzblut, ohne Geld, der oft zu wenig beachtete Kurzfilm, wie auch der Dokumentarfilm, der filmstudentische Abschlussfilm und generell der künstlerisch hochwertige Film. Die Plattform bietet eine sehr übersichtliche und zielgerichtete Suchfunktion. Als registrierter User kann man die gefundenen Filme als Stream kaufen. Ein weiterer Aspekt ist, dass man die Filme nicht nur schnöde auf dem Computermonitor anschauen kann: Mittels der Unterstützung durch Chromecast und einer speziell für mobile Geräte optimierten Version der Internetseite, wird es möglich sein, Filme in HD auf dem Fernseher zu schauen.

Und wer weiß? Vielleicht werden durch die Zusammenarbeit mit den Kinos in einigen Jahren auch die Schranken in den Köpfen der Kinoverbände fallen, um zeitgleiche Starts von Filmen in Kinos und auch auf unserer Plattform zu ermöglichen.